Mädchen und Jungen in Tansania vor Kinderarbeit schützen“

ein Projekt von Plan International Deutschland

Viele Kinder in Tansania arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen. Auf diese Weise tragen sie zum Einkommen ihrer Familien bei. 68 Prozent der Bevölkerung leben in extremer Armut. In der Projektregion Geita ist die Arbeit von Kindern im Kleinbergbau verbreitet. Von den insgesamt rund 130.000 Kindern, die in der Region leben, arbeiten, laut Schätzungen, circa 90.000 Kinder in und um die Goldminen von Geita. Manche von ihnen besuchen nie eine Schule. In den Kleinminen selbst arbeiten meist Jungen. Mädchen sind vor allem in den Bars und Restaurants beschäftigt, die rund um die Minen entstehen. Dort arbeiten sie manchmal bis zu 14 Stunden am Tag und sind darüber hinaus einem besonders hohen Risiko von Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Für die Kinder in Geita bedeutet dieses Leben einen Teufelskreis aus Armut und fehlender Bildung, dem sie kaum entkommen können.

 

Zwar verbietet das tansanische Gesetz, dass Kinder unter 18 Jahren schwerer und gefährlicher Arbeit nachgehen – die Realität sieht jedoch anders aus: Im Kleinbergbau arbeiten die Kinder zum Teil schon ab dem vierten Lebensjahr. Bei der gefährlichen Arbeit riskieren sie schwere Gesundheitsschäden und sogar ihr Leben. Der Einsatz von Chemikalien und die Gefahr von Mineneinstürzen sind ständig präsent. Schlechte Hygienebedingungen, das Fehlen von Gesundheitsdiensten und sauberem Wasser gefährden die Gesundheit der Kinder. Die große Zahl der Menschen, die in unmittelbarer Nähe der Minen leben, verursacht gravierende soziale Probleme, wie Arbeitslosigkeit, Mangel an Wohnraum und eine hohe Kriminalität.

 

Die Gründe für die Kinderarbeit in Geita sind vielschichtig. Zum einen haben die Familien kaum alternative Einkommensquellen, die es ihnen ermöglichen, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Zum anderen weiß die Bevölkerung zu wenig über die schwerwiegenden Folgen, welche die gefährliche und gesundheitsschädigende Arbeit für die Kinder hat. Die staatlichen Regelungen zum Kindes- und Arbeitsschutz werden nicht eingehalten.

 

Seit 2012 engagiert sich das Kinderhilfswerk Plan International im Rahmen eines EU-finanzierten Projektes für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder in Geita. Dieses Projekt setzt die Aktivitäten gegen die Kinderrechtsverletzungen in der Region fort, damit noch mehr Mädchen und Jungen vor der gefährlichen und ausbeuterischen Arbeit im Kleinbergbau geschützt werden können. Mädchen und Jungen, die in den Minen arbeiten, sollen im Rahmen des Projektes die Chance erhalten, wieder zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu machen. Rund 4.500 Familien wird Plan durch Einkommen schaffende Maßnahmen stärken. 38.600 Kinder zwischen fünf und 13 Jahren, die in der Region arbeiten, sowie 129.900 minderjährige Mädchen und Jungen aus elf Bezirken profitieren von den Projektmaßnahmen.

 

Um die Arbeitsverhältnisse und die Sicherheit in den Kleinminen zu verbessern, leistet Plan Aufklärungsarbeit bei den Minenbetreibern in Geita. Bei gemeinsamen Treffen thematisiert das Kinderhilfswerk die arbeitsrechtlichen Vorschriften im Bergbau und die nationalen Bestimmungen zum Kindesschutz. Des Weiteren finden Fortbildungen in Umweltschutz und Sicherheitsmaßnahmen statt. Denn zahlreiche Risiken gefährden die Umwelt und die Gesundheit der Männer, Frauen und Kinder in den Minen. Zu diesen Gefährdungen zähltbeispielsweise der Einsatz von Quecksilber, mit dem das Gold aus dem Gesteinsschlamm herausgewaschen wird. Aber auch Unfälle und Atemwegserkrankungen gehören zum Alltag. Moderne Technologien sollen helfen, Sicherheitsrisiken und Gefahren für die Gesundheit zu reduzieren. Zudem werden Personalregister eingeführt, in denen das Alter aller Arbeiterinnen und Arbeiter registriert wird.

 

Während der gesamten Laufzeit des Projektes finden regelmäßige Treffen aller beteiligten Partner statt. Dort werden die Projektfortschritte besprochen, gewonnene Erfahrungen ausgetauscht und nötige Korrekturen bei der Umsetzung der Maßnahmen vorgenommen. Nach der Hälfte sowie nach Beendigung des Projektes wird eine ausführliche Evaluierung durchgeführt.

 

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.plan.de/plan-in-afrika/tansania/projekt-kinderarbeit.html.

 

 

stadterlebnis.hamburg unterstützt dieses Projekt gerne. Dafür werden von den durchgeführten Touren pro Erwachsenen 0,50 € und von den durchgeführten Veranstaltungen pro Person 1,00 € vom Teilnehmerpreis in das Projekt eingezahlt.

 

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